
Die autoritäre Formierung nimmt größere und immer erschreckendere Formen an – Die Wehrpflicht steht wieder zur Diskussion, es wird immer weiter aufgerüstet, es werden neue weitreichende Befugnisse für Bullen- und Staatsapparat verabschiedet. Der politische Kampf für eine bessere Welt birgt mehr und mehr die Gefahr mit immer stärkeren Repressionen überzogen zu werden. In eben diesen Zeiten verschärfter Repression, scheint der Kampf für die Freiheit politischer Gefangener manchmal aussichtslos und gleichzeitig umso wichtiger. Der 18. März ist eben jenen Genoss*innen gewidmet, die im Kampf für unsere politische Sache eingesperrt wurden. Er ist eben jenen Genoss*innen gewidmet, die am meisten von Repressionen betroffen sind. Repressionen sollen uns hemmen, uns vereinzeln und uns in unserem politischen Kampf lähmen.
Solidarität ist unsere Waffe!
Doch wir lassen uns von eben solchen Repressionen nicht einschüchtern und wir lassen unsere gefangenen Genoss*innen nicht allein! Wir sehen sie, ihren Kampf. Wir unterstützen sie im Gerichtssaal, wir besuchen sie vor und in den Knästen, wir schreiben ihnen Postkarten. Wir versuchen ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und drücken unsere Solidarität auf verschiedensten Wegen aus. Umgekehrt zeigen sie uns aber auch, dass der Kampf im Knast weitergeht. Dass der Kampf nie endet – auch nicht eigepfercht in einer Zelle.
Wir lassen niemanden allein. Wir machen uns gegenseitig Mut. Und vor allem lassen wir uns nicht einschüchtern!
Auch wenn es dem Staatsapparat genau darum geht! Es soll nicht nur politischer Aktivismus einzelner bestraft werden. Vielmehr sollen wir, die den politischen Kampf weiterführen, eingeschüchtert werden – durch Angst vor psychischer und physischer Gewalt, durch den Entzug von Freiheit und durch die Trennung von unseren Liebsten.
Repressionen sollen uns davon abhalten uns zu organisieren. Junge Menschen sollen wiederum davon abgehalten werden überhaupt zu Genoss*innen zu werden.
Staat und Medien versuchen ein Bild von gutem und schlechtem Aktivismus zu schaffen. Die Gesellschaft soll in die unterteilt werden, die an eine wehrhafte Demokratie und reformistische Ideen glauben und sich an Rahmen und Gesetze halten und dann in jene, die durch ihren radikalen Aktivismus das Gesetz brechen. Dementsprechend müsste die Schlussfolgerung sein, wer sich sich also an Gesetze halte, wird auch nicht von Repressionen überzogen. Aber das ist ein Irrglaube. Repression funktioiniert nicht als Korrektiv, sondern vielmehr als ein Verteidigungsinstrument eines kapitalistischen Systems. Um eben dieses kapitalistische und gewaltvolle System zu bekämpfen, kann man sich nicht auf seine Strukturen und Gesetze verlassen. Der Glaube mit Reformen genug zu verändern, um der Gewalt des Kapitalismus etwas entgegensetzen zu können, ist naiv. Der Staat schützt nun einmal sich selbst und seine kapitalistische Produktionsweise, nicht aber die Menschen, die die Gesellschaft ausmachen. Wahrhafte Veränderung kann also nicht im Rahmen dieses Systems stattfinden.
Anstatt uns auf Gesetze zu verlassen, die die Stukturen unseres Feindes schützen, lasst uns stark sein, indem wir aufeinander vertrauen. Lasst uns unsere Genoss*innen im Knast als Symbol sehen, dass der Kampf mit einer Wirkung – vor der dieser Staat sich hütet – möglich ist. Lasst uns ihnen Mut und Hoffnung geben, dass ihre Kämpfe weitergeführt werden.
Kampf ihren Knästen!
Kampf ihren Ketten!
